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Christian Scholz in Brandeins zur Rolle des Personalmanagements / plus vier Reaktionen

scholz_BrandeinsIn Brandeins findet man (jetzt online)  einen   Blick auf die Personalarbeit in Unternehmen  – und zwar aus vier Perspektiven. Dazu hier einige Ausschnitte aus (meiner) Sicht des Wissenschaftlers .

Zunächst zur Rolle des Faches Personalmanagement an der Universität des Saarlandes:

„Dazu passt, dass es heute deutlich weniger reine Personal-Lehrstühle an den Hochschulen gibt, als vor 20 Jahren. Auch mein Lehrstuhl wird laut aktueller Planung unseres Universitäts-Präsidenten nach meinem Ausscheiden nicht mehr neu besetzt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das Fach Personalmanagement an Universitäten zu einer Unterrubrik einer mechanistisch-digitalen Betriebswirtschaftslehre wird. Verhaltensorientierung, Psychologie, Kreativität und Motivation spielen keine Rolle mehr. Ebenso wenig wie alles, was mit strategischer Personalplanung verbunden ist.“

Es versteht sich von selbst, dass damit Personalmanagement auch nicht zu einer Unterrubrik der Psychologie reduziert werden darf. (was man aber aktuell in gewissen Kreisen an der Universität des Saarlandes als Stein des Weisen ausbrütet.)

Und zu dem, was in Deutschland als „Leitkultur HR“ gilt:

 „Vor wenigen Monaten hat der Post-Vorstandsvorsitzende Frank Appel wieder auf einem Kongress klargemacht, dass er Mitarbeiter vor allem als Kostenfaktor sieht. In seinen Augen reduziert sich die Aufgabe der Personalabteilung darauf, die besten Leute zu möglichst niedrigen Kosten zu besorgen. Kurz vor diesem Kongress wurde Angela Titzrath, eine hochkompetente Personalerin, als Personalvorstand der Post rausgeschossen. Und wie reagiert die HR-Community unter der Leitung von Thomas Sattelberger darauf? Sie lässt es einfach mit sich machen: Der Kongress, den Angela Titzrath mit organisiert hatte, fand trotzdem wie geplant im Post Tower statt, und Frank Appel bekam brav Beifall für seine Thesen und seine Handlungen. Die HR-Community akzeptiert offenbar ihre eigene Ohnmacht.

Und zur Personalbeschaffung und dem aktuellen Employer Branding:

Ein Blick auf Stellenanzeigen genügt, um zu sehen, dass viele Unternehmen beim Recruiting im Blindflug unterwegs sind.“

Also ein pessimistisches Bild? Ganz sicher nicht:

Auch in einer Industrie 4.0 haben wir reale Menschen mit all ihren Talenten, Bedürfnissen und Entwicklungspotenzialen. Und genau dafür brauchen wir die oben beschriebene professionelle und reale Personalabteilung 4.0, die eine integrative Klammer über die vielfältigen und teilweise ausgelagerten Aktivitäten legt. Mein Bild für diese Personalabteilung ist die grüne Lego-Grundplatte, auf der man die unterschiedlichen Kernkompetenzträger aufbauen und verankern kann. Aber diese Platte der Unternehmens-DNS muss stabil und verbindlich sein, sonst zerbröselt die Organisation.“

Den gesamten Artikel und die anderen Perspektiven findet man hier als Webdokument (aber nicht mehr als PDF).

Nachtrag (2015): Auf meine Aussagen gab es vier Reaktionen

(1) Thomas Starnberger beschwerte sich, dass brandeins eine Aussage von mir abdruckte, ohne sich bei ihm dazu die Erlaubnis zu holen (wobei ich von einer anderen Zeitschrift her weiß, dass er dieses Privileg durchaus offenbar manchmal bekommt).

Thomas Sattelberger, München (link): Ich bin zwar ein ergrauter Elefant der HR-Profession, aber das bedeutet nicht, dass ich mich von Professor Scholz so beschimpfen lassen muss, wie er das in Ihrer Zeitschrift ungehemmt tun darf.  (….. )Dass Ihr Blatt ohne Rückfrage bei uns und bei mir jetzt so etwas abdruckt, ist unfein.“

(2) Eine Stimme aus der Praxis lehnten der Vergleich mit der Grundplatte ab. Das Beschäftigen mit Personalrekrutierung,
Administration rund um Entgeltabrechung und
Entgeltgestaltung reiche voll aus.

(3) Unser Universitätspräsident nutze (unter anderem) meine Forderung nach mehr  „Verhaltensorientierung, Psychologie, Kreativität und Motivation“ als Begründung, die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät zu zerschlagen. Betriebswirtschaft kommt jetzt zu Psychologie, Sport und diversen anderen Fächern. (siehe Beitrag -> hier)

(4) Meine Frau hat das Bild von mir aus dem Artikel in ihrem Arbeitszimmer aufgehängt.

Und noch ein Nachtrag (2016): UdS

Meine implizite Befürchtung „Es versteht sich von selbst, dass damit Personalmanagement auch nicht zu einer Unterrubrik der Psychologie reduziert werden darf“ hat sich nicht bewahrheitet. Vielmehr scheint mir aktuell folgendes Szenario wahrscheinlich: Personalmanagement wird jetzt zum einen eine Unterrubrik der Psychologie (Führung, Personalauswahl), zum anderen zum Anwendungsfall für  Big Data. Die Pointe des Faches, wie es 1986 gegründet wurde, ist damit ausradiert. Ob das zur Attraktivität der BWL an der Universität des Saarlandes beiträgt, bleibt abzuwarten.

Wieder ein Nachtrag (2017): Lego 

In zwei Wochen (Juni) haben wir ein Seminar zum Thema Design Thinking, wo es auch um die Methodik „Lego“ gehen wird. Und im August ist zusammen mit Herrn Langecker eine Sommerakademie geplant – auch mit Lego und bei mir auch mit einer grünen Grundplatte. Und vielleicht gibt’s im Herbst nochmal Design Thinking mit Lego.

Wir brauchen Personalabteilungen mit Verantwortung

Auch wenn meine Meinung sicherlich nicht mainstream ist: Beispiele wie der Absturz der Germanwings-Maschine zeigen, dass wir Personalabteilungen nicht weiter abbauen, sondern „Empowern“ sollten (Chr. Scholz auf manager-magazin.de).

Immer mehr Befugnisse werden an Führungskräfte und Mitarbeiter verschoben. Letzteres nennt man inzwischen „Demokratisierung“: Mitarbeiter sollen ihren eigenen Chef wählen, zudem über Gehälter, Neueinstellungen und Arbeitsverteilung entscheiden. Auch sonst gilt es als chic, sich von der Personalabteilung zu distanzieren und sogar nach der Politik zu rufen, weil die Personalabteilungen versagt hätten.

Also: eine schöne Unternehmenswelt – ohne irgendeine störende Personalabteilung.

Doch wer trägt am Ende die Verantwortung? Wenn falsche Leute eingestellt werden? Wenn wegen einer fehlenden Sicherheitskultur eine Ölplattform explodiert? Wenn …..

mehr dazu ->hier

Neuer Artikel Prof. Scholz: Personalvorstand als Frauendomäne?

„Mit Brigitte Ederer hat jetzt eine weitere Frau den Kreis der Personalvorstände verlassen. Angesichts der vor einem Jahr eingeläuteten Kampagne „Frauen als Personalvorstand“ ist dies Grund genug, sich näher und jenseits ideologischer Grabenkämpfe mit diesem Thema zu befassen.“

Den Beitrag von Prof. Christian Scholz finden Sie -> hier, ebenso das einführendes Editorial von Jürgen Scholl. 

Blog: Personalabteilung, Big Data und noch viel mehr

Alles spricht von Geheimdiensten und ihrem unstillbaren Hunger nach Daten. Der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ redet bei diesem Thema nicht mit. Er denkt weiter und kommt zu einem besorgniserregenden Ergebnis.

Mehr dazu ->hier (und auch mehr zum Thema „Big Data“ und HR)

 

Heute im STANDARD: DIe ausgeblutete Personalabteilung

Im heutigen STANDARD findet sich ein Gastkommentar von Prof. Christian Scholz zum aktuellen Zustand der Personalabteilung:

„Entkernt, ausgebrannt, ausgeblutet oder ausgesaugt – unterschiedliche Facetten desselben Phänomens in Personalabteilungen und der Frage, wohin diese Organisationen führen soll.“

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Den kompletten Text findet man in DER STANDARD, 25./26.5.2013 Seite K2 und online  -> hier.

 

 

Es stellt sich die Frage …..

 „… wo zu ein Unternehmen einen Recruiter hat, der seine primäre Aufgabe, das Recruiting, aber an Recruitingdienstleister weiterdelegiert? Hab ich als Personalberater nie verstanden.“

Diese Frage, einige weitere Fragen plus Antworten finden sich im Blog von hzaborowski, der Gedanken aus dem Blog „Das Ende der HR-Abteilung“ weiterführt und vieles sagt, was viele Personalberater nicht sagen.

Prof. Scholz: „Das Ende der HR-Abteilung“

Im „Human Resource Manager ist jetzt online der Artikel Das Ende der HR-Abteilung von Prof. Scholz nachlesbar. Zwei zentrale Thesen:

Jedes Unternehmen braucht gute Personalarbeit. Es gibt aber kein Naturgesetz und kein Artenschutzabkommen zum Erhalt einer Personalabteilung. Wenn sie nicht mehr zu ihrer internen und externen Umwelt passt, wird sie aussterben.

Deshalb brauchen wir eine virtuelle Personalabteilung: Sie ist ein flexibler Verbund von Kernkompetenzen aus externen und internen Experten, die nicht nur durch moderne Informationstechnologien verbunden sind, sondern vor allem durch die strategisch-visionäre Kraft der HR-Leitung.

Der gesamte Gastbeitrag ist zu finden -> hier.

Ist die Zukunft von HR rosig? Interview mit Prof. Scholz

Im Gespräch u.a. mit Dr. Konrad Reiher von der Hay Group thematisiert Christian Scholz in einem ausführlichen Interview die aktuelle Entwicklung der Personalabteilung.

„Nachfrageorientierte Personalarbeit bedeutet Dienstleistung. Ich behaupte nicht, dass wir das überhaupt nicht brauchen. Aber ausschließlich nachfrageorientiert zu handeln, bringt uns alle in die falsche Richtung.“ (C. Scholz)

Der Volltext dieses Interviews ist als PDF verfügbar ->hier

Thema „Personalabteilung“ im Dossier OrganisationsEntwicklung

 

Irgendwie entdecken immer mehr, dass die eigentlich offene Baustelle im Personalmanagement die Organisation der Personalabteilung ist. Diverse und durchaus konträre Meinungen dazu finden sich im Dossier 2 der Organisationsentwicklung. link -> hier.

Einige Textausschnitte aus der Verlagsankündigung zur Illustration:

Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr: Das Personalwesen befindet sich in einer tiefgreifenden Veränderung. Das vorherrschende Business-Partner-Modell steht in der Kritik, die Personalabteilungen nicht strategischer und funktionaler gemacht zu haben. Ganz im Gegenteil: In vielen Unternehmen wird über die zunehmende Entkopplung der Personaler vom operativen Geschäft geklagt.

Mit diesem Dossier der OrganisationsEntwicklung informieren Sie die wichtigsten Vordenker des Feldes wie Thomas Sattelberger, Martin Claßen, Wolfgang Loos, Richard Gris, Felix Brodbeck, Martin Hillebrand, Stefan Kühl, Christian Scholz und andere zu wesentlichen Fragen zur Zukunft von HR.

„Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir die gegenwärtige Situation schön reden.“ (so der Saarbrücker Universiätsprofessor Christian Scholz im Dossier)