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Prof. Scholz zu „Saarland bei der Bildung abgeschlagen“

SR-Online befasst sich mit dem neuen Mikro-Zensus und schreibt dazu …

„…Das Saarland liegt bei der Qualität der Schulabschlüsse unter Bundesdurchschnitt. Das hat der Zensus 2011 ergeben, der jetzt vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wurde. Bei der Zahl der Hochschulabsolventen belegt das Saarland den letzten Platz“.

Dazu wurde auch Prof. Christian Scholz befragt, der unter anderem folgende Analyse abgab:

„Diese Zahl sollte man nicht überdramatisieren, da dies mit vielen Faktoren zusammenhängt“, meint Professor Christian Scholz von der Universität des Saarlandes. Allerdings, so Scholz, ändere es nichts an der Grundherausforderung, dass wir im Wettbewerb stünden.

Deshalb schlägt Scholz vor: „Wir müssen unsere Uni noch attraktiver machen für Leute, die von außen kommen.“ Er plädiert dafür, „die Leuchtkraft der individuellen Fächer nach außen hin deutlicher zu machen“. Man wisse, dass es nicht immer nur eine Universität ist, die gut eingestuft wird – das spiele sich vielmehr auf der Ebene der Fakultäten ab. Sie müssten sich einzeln hervorheben und mehr Medienpräsenz zeigen.  …. Als Drittes sollte man den Bereich der Lehrbücher beachten. Wenn ein Standardwerk aus Saarbrücken komme, trage auch dies zur Leuchtkraft bei. Dagegen misst Scholz den Rankings und Gütezeichen nicht mehr allzugroße Bedeutung bei.

Den vollständigen Text findet man -> hier.

 

Prof. Scholz zu Nachhaltigkeit

In einem Gespräch mit der Nachhaltigen Produktion äußerte sich Prof. Christian Scholz zum Thema „Nachhaltigkeit“ unter anderem so:

„Aus unserer empirischen Forschung wissen wir, dass Personalmanager im Regelfall dem Thema Nachhaltigkeit eine hohe Relevanz zusprechen“, berichtet Scholz, „die wenigsten haben aber auch nur ansatzweise eine Idee davon, was das für die Personalarbeit und die Personalabteilung wirklich bedeutet.“

Den geringen Stellenwert einer nachhaltigkeitsorientierten Personalarbeit sieht man seiner Auffassung nach auch an den Geschäftsberichten: Dort zeigt eine vorgelegte Studie des Instituts für Managementkompetenz der Universität des Saarlandes, dass selbst die Dax-30-Unternehmen in ihren Geschäftsberichten kaum über Personalarbeit und erst recht nicht über die damit verbundenen Fragen der Nachhaltigkeit berichten.

Den kompletten Text findet man -> hier.

 

Führungskompetenz ist erlernbar und Fachkarriere Unsinn

In einem kurzen Interview für die schweizerische Handelszeitung äußerste sich Prof.Christian Scholz zum Thema „Führungskompetenz“.

Daraus einige Ausschnitte:

„Natürlich gibt es Menschen, die ein gewisses Talent haben. Aber wir haben es mit einer Normalverteilung zu tun: An den Rändern liegen einige Talentierte, aber die Mehrheit ist eben nicht besonders charismatisch. Und das muss sie auch nicht sein, denn Führungskompetenz ist erlernbar.“

In welchen Punkten sollten Unternehmen umdenken?

„Zunächst einmal sollten Bugdets, die für Headhunter und Eignungsdiagnostik ausgegeben werden, in die Personalentwicklung fließen. Dann muss das Gerede über „Fachkarrieren“ beendet werden. Damit wird den Menschen unnötig ein Stempel aufgedrückt. Er sagt: Eine Person verfügt nur über Fachkompetenz, wird aber nie eine Führungsrolle übernehmen können. Das ist Unsinn. Grundsätzlich sollten allen Mitarbeitenden alle Karrierewege offen stehen.“

 

Mehr dazu in seinem Beitrag in der FAZ zum Thema „Warum die Chefs nicht besser werden“ und in seiner Kolumne in der Welt über  Colin Kaepernick von den San Francisco 49ers.

Thema „Personalabteilung“ im Dossier OrganisationsEntwicklung

 

Irgendwie entdecken immer mehr, dass die eigentlich offene Baustelle im Personalmanagement die Organisation der Personalabteilung ist. Diverse und durchaus konträre Meinungen dazu finden sich im Dossier 2 der Organisationsentwicklung. link -> hier.

Einige Textausschnitte aus der Verlagsankündigung zur Illustration:

Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr: Das Personalwesen befindet sich in einer tiefgreifenden Veränderung. Das vorherrschende Business-Partner-Modell steht in der Kritik, die Personalabteilungen nicht strategischer und funktionaler gemacht zu haben. Ganz im Gegenteil: In vielen Unternehmen wird über die zunehmende Entkopplung der Personaler vom operativen Geschäft geklagt.

Mit diesem Dossier der OrganisationsEntwicklung informieren Sie die wichtigsten Vordenker des Feldes wie Thomas Sattelberger, Martin Claßen, Wolfgang Loos, Richard Gris, Felix Brodbeck, Martin Hillebrand, Stefan Kühl, Christian Scholz und andere zu wesentlichen Fragen zur Zukunft von HR.

„Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir die gegenwärtige Situation schön reden.“ (so der Saarbrücker Universiätsprofessor Christian Scholz im Dossier)

@Multitasking (Prof. Scholz in COMPUTERWOCHE)

Aus dem heutigen Artikel der COMPUTERWOCHE:

Arbeitsflut kann auch jeder selbst eindämmen. Davon ist BWL-Professor Scholz überzeugt: „Man sollte nicht fragen, was andere tun können, um mich vor der Aufgabenflut zu schützen, sondern selber die anderen weniger mit Informationen und Aufgaben zuschütten“, so seine Forderung. Der beste Schutz gegen gefühlte Überlastung ist noch einfacher. Es ist die Freude an der jeweiligen Tätigkeit. Fühlen wir uns dagegen fremdbestimmt, wächst uns schnell alles über den Kopf.

Der ganze Artikel von Judith-Maria Gillies ->hier

 

Prof. Scholz: Interview zu „Generation Ackermann“ (in: brand eins)

Prof. Scholz im aktuellen brand eins :

GENERATION ACKERMANN
Im Unternehmen geht es nur noch um den persönlichen Profit?
Mag sein, sagt der Organisationsforscher Christian Scholz, das gibt nur keiner zu.
Und das verdirbt das Klima erst richtig.

Interview: Mischa Täubner | Illustration: Alexander Glandien

Natürlich geht’s in dem Interview auch über den Darwiportunismus.

P.S. Vielleicht sollte man in diesem Interview einmal „Unternehmen“ durch „heutige Universität“ ersetzen und schauen, was dabei rauskommt.
P.P.S. Nachtrag: Inzwischen  gibt es alles auch online als
PDF( -> hier)  und als Diskussionsforum auf facebook (->link)

Heute auf RADIO SALÜ: Professor Scholz zu einer Reform, die sich in Luft auflöst

Bologna-Prozess unter Dauerkritik: 29 europäische Bildungsminister unterzeichneten 1999 im italienischen Bologna die Erklärung zur Schaffung eines europaweit einheitlichen Hochschulraumes mit gegenseitiger Anerkennung der studentischen Leistungen. Von Anfang an gehört der Saarbrücker Professor Christian Scholz zu den Kritikern des Bachelor- und Master-Systems. Im RADIO SALÜ-Interview mit Klaus Dittrich nennt er die Kritikpunkte und schlägt im Gespräch  Alternativen vor.

Seine zentrale These:

Der überflüssige deutsche Bologna-Irrweg hat viele Milliarden gekostet, der deutschen Wirtschaft geschadet und hunderttausende Studierende frustriert! Auch wenn wir einige Vorteile „von Bologna“ nutzen konnten, bewegen wir uns in vielem genau dorthin zurück, wo wir hergekommen sind:

Systemtheoretiker nennen dies „Selbstheilungskräfte des Systems“: Die kollektive Schwarmintelligenz vieler Realisten beginnt sich gegen die Realitätsferne deutscher Bologna-Bürokraten durchzusetzen. Das ist gut so und das stimmt positiv in Richtung auf die Vision „Europa als Verbund von Vielfalt“.

Das gesamte Interview findet man -> hier (erster Teil) und -> hier (zweiter Teil).

Radio-Interview zur Fußball-EM

Das Interview (SR-2) von Kai Schmieding mit Prof. Scholz vom 14. Juni ist unter link -> hier verfügbar.

Hauptaussage von Prof. Scholz: „Entscheidend ist das Spannungsfeld zwischen Kreativität und Disziplin“.

Sicherlich wird in der Arbeitswelt und im Fußball viel von Überraschung, Abenteuer, Risiko, Begeisterung und Kreativität gessprochen. Doch die Deutsche Nationalmannschaft gewinnt durch Sicherheit, Routine, Effizienz und Disziplin. Der risikoreiche Pass ist nicht angesagt, wohl aber präzise einstudierte Abwehrarbeit: Die Räume werden zugestellt,es wird exakt verschoben. Zwar kann man kritisieren, dass das eigentlich nicht das ist, was Fußball sehenswert macht. Doch entscheidend ist es, zu gewinnen – und das wissen wir spätestens seit dem FC Chelsea.

Auch in der Arbeitswelt gewinnen am Ende selten Überraschung, Abenteuer, Risiko, Begeisterung und Kreativität  – obwohl gerade darüber viel gesprochen wird.

Das einzig knappe Spiel wird das (Halb-)Finale gegen Spanien sein.

 

Bleibt die Uni des Saarlandes attraktiv?

Auf diese Frage antwortete Prof. Christian Scholz in einem Interview mit  dem newsecho  mit einem klaren „Ja„:

Trotz der Einschnitte, die künftig auf die Universität des Saarlandes zukommen werden, wird der Campus in Saarbrücken – und mit ihm alle Fakultäten – auch weiterhin attraktiv bleiben. Dessen ist sich Universitäts-Professor Dr. Christian Scholz sicher: „Bezogen auf unsere Fakultät haben wir in unserem Strategiepapier ‚Die klassische Moderne‘ ganz deutlich gemacht, warum wir attraktiv sind und wie wir kostenneutral noch attraktiver werden können: Leider durften wir spannende Studiengänge wie das Bologna-Diplom oder den Master ‚Management und Marketing‘ aufgrund von Entscheidungen des Präsidiums bisher noch nicht einführen. Aber auch hier hoffe ich auf die Politik, die sicherlich die Stärken der Universität im Allgemeinen und natürlich meiner Fakultät im Besonderen kennt.“

Es ging aber auch darum, dass an der Uni gespart, die HTW aber ausgebaut werden soll:

„Hier rächt es sich, dass die Universität in den letzten Jahren viel zu wenig in einen offenen Wettbewerb mit der HTW gegangen ist“, merkt Dr. Scholz an. „Die Universität des Saarlandes ist nicht besser als die HTW, aber sie ist anders, und zwar aus gutem Grund anders. Aus meiner Sicht gibt es keinen stichhaltigen Grund für diese Ungleichbehandlung der Hochschularten, weshalb sie ein Uni-Präsident nicht akzeptieren darf.“

…. und natürlich kamen auch Fragen dazu, warum zur Präsidentenwahl an der Uni des Saarlandes nur ein Bewerber zugelassen wurde und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.

Mehr dazu im kompletten Artikel -> hier