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Wege zum Glück


Nachtrag zur Diskussion in Karlsruhe (KIT) zum Thema „Glück – Traumjob – Arbeitswelt“ mit ZEIT CAMPUS  und Armin Bader (Tax PwC) , Prof. Dr. Alexander Wanner  (Vizepräsident für Lehre und akademische Angelegenheiten, KIT), Prof. Dr. Christian Scholz und – als Moderatorin Christa Pfafferott, ZEIT CAMPUS-Autorin.

Interessantes Ergebnis: Vier völlig unterschiedliche Lebensentwürfe (auch erkennbar an den gezeigten „Jugendbildern“), die alle zu jeweils zu einem offenbar zufriedenstellenden Ergebnissen geführt haben.

Für alle, die nicht dabei waren, hier drei Bilder von der Veranstaltung:

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Foto: Copyright „ZEIT CAMPUS“

„Kauf mein Buch“: Anmerkungen zur Kritik der ZEIT

Da gibt es einen Artikel in der ZEIT („Professoren: Kauf mein Buch“) mit einem online-Formular und dann die Nachfrage an die Universität :„…  Die Universität des Saarlandes wurde bei der Umfrage ungewöhnlich häufig genannt. Besonders oft ging es unter anderem um Christian Scholz und sein Buch ‚Personalmanagement´. Laut seiner Studenten erklärt er das Buch für klausurrelevant und fragt Buchinhalte ab, die nicht in der Vorlesung vorkommen.  … Durch die Ankündigung, dass ein Buch prüfungsrelevant sei und Inhalte aus einem Buch abgefragt werden, fühlen sich viele Studenten gezwungen, das Buch zu kaufen. Wie bewertet die Universität des Saarlandes diese Empfehlungen durch die Professoren? Professoren sollen zudem Stoff in Klausuren abgefragt haben, der nicht in der Vorlesung gelehrt wurde. Wie steht die Universität des Saarlandes dazu?“ …

Das was hier passiert, ist ein Beispiel für suggestiven Journalismus: Es gibt ein Formular, in das Studenten diejenigen Professoren eintragen können, die eigene Bücher empfehlen; zudem kann angegeben werden, ob dieses Buch klausurrelevant ist. Damit sprechen sich aber nicht automatisch alle diejenigen, die hier ihr Kreuzchen machen, gegen das Buch und das Vorlesungssystem aus. Diesen Zusammenhang postuliert aber die Journalistin Lea Deubner. Dabei hätte sie eigentlich bereits durch die Lektüre der Kommentare zum Artikel erkennen müssen, dass nicht zwingend alle Studenten Buchempfehlungen ablehnen – selbst solche mit Klausurrelevanz.

Dass im übrigen für Saarbrücken mein Name relativ häufig fällt, ist naheliegend:

  • Erstens sind meine beiden Hauptvorlesungen überdurchschnittlich gut besucht, obwohl es keine Pflichtvorlesungen sind. Daher die große Zahl an Meldungen.
  • Zweitens gibt es für beide Vorlesungen Lehrbücher, die auch außerhalb der Universität des Saarlandes überdurchschnittlich erfolgreich sind: Das Bachelor-Buch „Grundzüge des Personalmanagements” ist laut MediaControlGfK deutschlandweit ganz oben auf der Verkaufsliste 2013; das Master-Buch „Personalmanagement“ war am Tage des Erscheinens der Neuauflage am vergangenen Samstag kurzzeitig Nummer 1 im Bereich Personalmanagement bei Amazon.

So gesehen ist das Ergebnis definitiv nicht verwunderlich, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Saarbrücker BWL deutschlandweit einen guten Ruf und deshalb viele Studenten hat.

Im Übrigen stehe ich zum Blended-Learning: Bestimmte Lehrstoffe werden über eine interaktive Veranstaltung im Hörsaal abgedeckt, andere besser durch Selbststudium. Und: Auch Digital Natives lesen Bücher und akzeptieren  umfangreicheren Lernstoff. Hinzu kommt bei mir in der Bachelor-Veranstaltung ein multimediales Online-Lernsystem, das inzwischen die meisten meiner Studenten zumindest teilweise nutzen. Dementsprechend gibt es bei mir keine Anwesenheitspflicht, weshalb viele Studenten Klausuren ohne Vorlesungsbesuch bestehen. Auch wenn ich darüber nicht ganz glücklich bin, ist das gerade für Berufstätige Studenten durchaus von Vorteil. Zudem können Bücher auch ausgeliehen werden ….

Was wäre die Alternative, wenn man auf das Selbststudium durch das Buch als Ergänzung verzichtet? Die Studierenden würden alleine für diese eine Vorlesung die in einem Semester gehaltenen 14 Vorlesungstage à vier Stunden damit zubringen, nicht anders zu tun, als intensiv mitzuschreiben, um den Stoff dann später zu lernen. Ein richtiges Zuhören und tatsächliches Verstehen von Zusammenhängen wäre in einem solchen Vorlesungssystem praktisch unmöglich.

Anders als Lea Deubner glaube ich nicht daran,  dass „Vorlesungen“ aus Vorlesen bestehen. Die gemeinsame Zeit im Hörsaal kann man besser und interaktiver nutzen, beispielsweise mit einer Diskussion über die These „Medien schaffen Wirklichkeit“ und die Rolle der CHE-geprägten Wochenzeitung DIE ZEIT im Bologna-Prozess.