Kurzfristige Wirtschaftsinteressen als Problem

Jetzt scheint es amtlich zu sein: Aus G8 wird wieder G9.

Warum aber sind wir in die falsche Richtung gelaufen? Laut Wirtschaftswoche (link->hier) lautet die Antwort „Kurzfristige Wirtschaftsinteressen“.

Könnte es nicht sein, dass

  • vielleicht hinter der ganzen Bologna-Reform und den Bachelor-Kurzstudiengängen auch nur „Kurzfristige Wirtschaftsinteressen“ stecken?
  • wir bald wieder eine Bewegung zum „Dipl.-Kfm.“ (bzw. dem von unserer Fakultät geforderten „Bologna-Diplom“ bekommen?
  • die groteske Forderung nach einer „Saarland Business School“ nicht nur von der Fachhochschule kommt (deren Hunger nach akademischer Aufwertung verständlich ist), sondern auch von Verbandsvertretern wie der IHK, die vielleicht auch nur „Kurzfristigen Wirtschaftsinteressen“  folgen?
  • letztlich  wenige (und inzwischen namentlich bekannte) Entscheidungsträger hier offenbar ganzen Generationen von Schülern, Studenten, Lehrern, Dozenten und Forschern geschadet haben, weil sie beispielsweise verbissen „Bologna“ mehr durchsetzen wollten, als es eigentlich gedacht war?
  • dem Streben nach „Kurzfristigen Wirtschaftsinteressen“ beim Umbau der Universität vielleicht bald eine ganze Fakultät zum Opfer fällt, deren Fehlen man bald merken und die man dann sehr teuer wieder neu -einrichten wird?

Vielleicht wäre es gut, sich einmal „langfristige“ Wirtschaftsinteressen anzuschauen und sich mit dem Thema Sustainability auseinanderzusetzen. Denn dann würde man sehr rasch merken, dass wir weder ein Tubogymnasium vom Typ G8 noch ein Turbosudium vom Typ Bologna brauchen. Und erst Recht nicht eine profilzerstörende Zusammenführung von Fachhochschule und Universität – auch wenn die IHK dies so gerne sehen würde  (link -> hier).

Mal sehen, was die Wirtschaftswoche in fünf Jahren über die aktuelle „Hochschul-Reform“ im Saarland schreiben wird.

cs

 

 

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