IK-Wettbewerbsstrategien

Projektbeschreibung

Im interkulturellen Management gibt es drei traditionelle Verhaltensweisen:

  1. Viele Forscher und Berater plädieren zum „Kultur-Chamäleon“, das eine Verhaltensanpassung im fremden Kulturraum postuliert. Nach dem Motto „Wenn in Rom, mach’s wie die Römer“ sollen Unternehmen ihre eigenen kulturellen Positionen aufgeben und sich auf die Kultur des Ziellandes einstellen. Dort sollte man möglichst nicht unangenehm auffallen.
  2. Viele Praktiker ziehen es als „Kultur-Cowboys“ vor, sich gar nicht anzupassen, sondern die im Heimatland Deutschland entwickelten Strategien, die sich bereits in der Vergangenheit bewährt haben, auf die Auslandsmärkte zu übertragen. Derartige ethnozentrische Strategien kommen allerdings auch nicht überall in der Welt gut an und provozieren eher Ablehnung als erfolgreiche Geschäftsabschlüsse.
  3. Top-Manager und Top-Berater arbeiten im Umgang mit ausländischen Geschäftspartnern als „Kultur-Nivellierer“, um sich als globaler Manager auf der internationalen Bühne unabhängig von einem konkreten Ort zurechtfinden zu können. Unter der Annahme, dass Kulturprobleme sowieso im Geschäftsleben überbewertet seien, sollten sie auch keinen hohen Stellenwert einnehmen: Geschäft ist Geschäft, Kultur ist Kultur.

Es ist aber offenkundig, dass diese Muster zu einseitig sind, um Wettbewerbsvorteile im Ausland zu erschließen, und gleichzeitig trotz des offensiven Vertretens eigener Positionen keine „Grenzen“ zu überschreiten, ab denen man sich bei Geschäftspartnern unmöglich macht. Aus diesem Grund ist das neue Muster „Kultur-Positivist“ ein alternativer und zeitgemäßer Zugang zum interkulturellen Management, der die Stärken von Kultur-Chamäleons, Kultur-Cowboys sowie Kultur-Nivellierern vereint, gleichzeitig aber durch Vermeiden ihrer Schwächen deutliches Umdenken verlangt.

Letztlich geht es also primär darum, interkulturelles Handeln systematisch zur Basis von Wettbewerbsstrategien zu machen. Das vorliegende Buch erläutert die praktischen und wissenschaftlichen Grundlagen der traditionellen Verhaltensweisen und entwickelt daraus die Strategie des Kultur-Positivisten. Diese Strategie wird dann auf 17 Ländern angewendet und über sieben praktische Anwendungsfälle vertieft.

Publikationen

Scholz, Christian/Stein, Volker, Interkulturelle Wettbewerbsstrategien, Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2013, ISBN: 9783825239930, Preis: 14,99

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