Auf den ersten Blick erfreulich: Das Bundesministerium für
Wissenschaft und Forschung spendiert im Rahmen der
Initiative fForte den Unis 6,6 Millionen Euro, wenn sie mehr
Frauen als Professorinnen einstellen - angesichts der
knappen Universitätskassen viel Geld.
Auf den zweiten Blick verbirgt sich dahinter ein Prinzip, das
immer typischer für die Arbeitswelt der Zukunft wird: Es
zählen nicht Marktmechanismus und Leistungsprinzip,
sondern nur die Fähigkeit, sich als benachteiligte Minderheit
mit scheinbar legitimem Anspruch auf Sonderstatus zu
deklarieren.
Auch auf EU-Ebene drücken immer mehr Einzelgruppen
ihre Interessen zulasten anderer durch, die dann allenfalls
mit EU-Verdrossenheit antworten. Das Gleiche passiert hier:
Denn es werden nicht etwa nur "mehr Frauen" eingestellt,
sondern gleichzeitig auch "weniger Männer".
Doch bevor Frauen jetzt vorschnell über diese Regelung
jubeln - und vielleicht "f.F." als Hinweis auf ihr
Förderprogramm hinter den Doktortitel stellen -, sollten sie
sich die erkauften Nachteile anschauen: Sicherlich werden
Universitäten mehr Frauen einstellen. Nur: Professorinnen
in Österreich aus den fForte-Jahrgängen werden bei
Studenten sowie Kollegen, in der Öffentlichkeit und
international mit dem Stigma leben müssen, wonach sie
möglicherweise nur wegen der hohen Kopfprämie
eingestellt wurden. So traurig es ist: Das Gegenteil werden
sie nie beweisen können.
Auch konzeptionell ist diese Regelung gefährlich: Wenn ein
Mitarbeiter (m/w) beispielsweise durch eine
tätigkeitsrelevante Behinderung nur schwer auf dem
Arbeitsmarkt vermittelbar ist, so sind Teilübernahmen des
Gehaltes durch eine staatliche Stelle eine soziale Leistung
im Sinne einer Kompensation für die unverschuldet
geringere Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters. Sieht sich
fForte in dieser Kategorie? Wohl nicht gerne. Trotzdem
landet fForte zwangsläufig in dieser Schublade: "Man stellt
Frauen als Professorinnen nur ein, wenn man dafür eine
Entschädigung bekommt."
Bereits jetzt haben wir (zu?) viele Förderprogramme nur (!) für Wissenschafterinnen: Das Neueste ist ein Training, in
dem Frauen lernen, sich in Medien erfolgreich zu
präsentieren. Hinzu kommen unzählige Regeln, die
weitgehend sicherstellen, dass im Bewerbungsverfahren
keine Frau benachteiligt wird.
Wenn jetzt noch Millionen Euro für die Einstellung von
Frauen an den Unis dazukommen, dann ist das nicht nur des
Guten zu viel. Es ist leider ein Vorgeschmack auf die
Unausweichlichkeit eines entliberalisierten Arbeitsmarktes
der Zukunft, wo wie auch immer begründete
Steuerungsimpulse des Staates mehr zählen als individuelle
Leistung.
Und dagegen sollte sich eigentlich auch eine Frau Univ.-
Profin. Dr. f.F. aussprechen.