TQM - Saarland

Projektskizze:

Bestandsaufnahme zur Anwendung und Umsetzung von Qualitätsmanagementansätzen im Saarland

Expertisenvorschlag für die Beratungsstelle für sozialverträgliche Technologiegestaltung e.V. in Saarbrücken

Ausgangslage:

Qualitätsmanagement ist eines der aktuellen Schlagworte, die sowohl in der Theorie als auch in der Praxis verstärkt diskutiert werden. Ursprünglich als Antwort auf das „japanische Phänomen“ der achtziger Jahre gedacht, haben sich in Westeuropa und den USA zunehmend eigenständige Konzepte entwickelt, die der Qualitätssicherung im Unternehmen dienen sollen. Nach wie vor schrecken allerdings zahlreiche Unternehmen vor den Problemen und Kosten zurück, die mit der Einführung eines expliziten Qualitätsmanagements verbunden sind, obwohl der Nutzen - zumindest in der Literatur - unbestritten ist.

Gerade für den Mittelstand bietet eine konsequente Qualitätsausrichtung jedoch die Chance, Kostensenkungspotentiale auszuschöpfen, Kunden langfristig zu binden und gegenüber der Konkurrenz Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Dies gilt nicht nur für das produzierende Gewerbe, sondern wird zunehmend auch für den Dienstleistungssektor erkannt. Für das Saarland als wirtschaftlich schwache Region mit hoher Arbeitslosigkeit ergeben sich daher besonders interessante Anwendungsfelder: Nicht nur für die traditionelle Industrie, auch im Rahmen anstehender Umstrukturierungen - wie beispielsweise der Profilierung Saarbrückens als Messestandort - können QM-Systeme einen entscheidenden Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung liefern.

Ziel der Studie:

Die Studie soll einen Überblick über den Einsatz von QM-Ansätzen in saarländischen Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten liefern. Neben der reinen Anwendung sollen auf der einen Seite die Auswirkungen auf die betrieblichen Kennziffern, auf der anderen Seite die Veränderungen der Arbeitssituation nach Einführung eines Qualitätsmanagements erhoben werden. Ziel ist es daher, sowohl Vorteile als auch Probleme aufzuzeigen, so daß die Ergebnisse als Grundlage für eine weitere Verbreitung von QM-Ansätzen im Saarland verwertet werden können.

Vorgehensweise:

Der Ablauf der Studie gestaltet sich in vier Phasen:

In Phase I erfolgt zunächst die Erstellung des Fragebogens Mittels einer Systematisierung bestehender Qualitätsansätze kann eine Listung verschiedener Kennzahlen erfolgen, die in ihrer Gesamtheit den weitreichenden Begriff Qualitätsmanagement umfassen. Weiterhin kann eine Spezifizierung und Differenzierung der möglichen Einflüsse auf die Arbeitssituation abgeleitet werden. Der Fragebogen soll etwa ein bis zwei Seiten umfassen und aus strukturierten beziehungsweise halbstrukturierten Fragen bestehen. Um die späteren Ergebnisse zu anderen Studien vergleichbar zu gestalten, orientiert sich der Aufbau soweit wie möglich an vorliegenden Referenzstudien. Zum Abschluß dieser Phase soll ein Expertenhearing im Beisein der Beratungsstelle für sozialverträgliche Technologiegestaltung e.V. stattfinden, mit dem Ziel eventuelle Problemfelder - vor allem saarlandspezifische - aufzudecken und zu diskutieren.

Phase II beinhaltet die Auswahl und Kontaktierung der Unternehmen: Um die Vergleichbarkeit mit anderen Studien zu gewährleisten und differenzierte Aussagen zu erhalten, wird angestrebt, sowohl ein größen- als auch branchenbezogenes, repräsentativen Unternehmensquerschnitt einzubeziehen. Mit den teilnehmenden Unternehmen wird dann in Phase III die Studie durchgeführt, wobei in Interviews die konkrete Anwendung der QM-Ansätze und deren Konsequenzen erfaßt werden. Gesprächspartner sollen sowohl die Qualitätsverantwortlichen als auch Vertreter der Arbeitnehmerseite sein.

In Phase IV erfolgt die Auswertung der Fragebögen auf Basis deskriptiver Statistik. Die Erstellung des Abschlußberichts und dessen Präsentation auf einer Veranstaltung schließen das Projekt ab.

Ergebnis:

Das Projekt ist abgeschlossen; die Dokumentation ist erhältlich:

Scholz, Christian/Garbers, Tanja, Anwendung und Umsetzung von Qualitätsmanagementansätzen im Saarland. Diskussionsbeitrag Nr. 58 des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insb. Organisation, Personal- und Informationsmanagement an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken 1997.