Mit
dem Kirch-Konzern musste eines der größten Medienunternehmen
der Welt Konkurs anmelden. Vermeidbare Fehler des Managements?
AOL TimeWarner fährt den größten Verlust der amerikanischen
Wirtschaftsgeschichte ein. Vorhersehbar? Ber-telsmann entlässt
Top-Manager wie am Fließband. Falsches Personalmanagement?
Vi-vendiUniversal kann sich nur durch den Verkauf großer
Unternehmensteile vor dem Konkurs retten. Eine sinnvolle Strategie?
Medienunternehmen befinden sich derzeit in einer schwierigen Lage.
Die Konjunk-tur lahmt, Anzeigen- und Werbeschaltung sind rückläufig.
Aber was tun? Soll man sich auf sein ursprüngliches Kerngeschäft
konzentrieren oder über eine Cross-Media-Strategie diversifizieren?
Konzentration auf den lokalen Markt oder doch internationale Allianzen?
Oder einfach nur Hoffen auf den konjunkturellen Aufschwung?
Sicher werden auch Fehler gemacht. Aber welche und wo? Seriöse
und begründbare Antworten sind bisher kaum zu finden. Dies
liegt sicher auch an der bislang unzureichenden Forschung im Bereich
des Medienmanagements. Denn: So spannend und lohnenswert die Beschäftigung
mit der Medienbranche auch ist, auf der Landkarte der Forschung
sind im Bereich Medien- und Kommunikationsmanagement noch viele
weiße Flecken zu verzeichnen.
In
einen dieser Bereiche will der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre,
insb. Organisation, Personal- und Informationsmanagement (Prof.
Dr. Christian Scholz) an der Universität des Saarlandes mit
einer Untersuchung zum Thema der Anwendung von Planungsinstrumenten
zur Strategiefindung in Unternehmen der Medienbranche vordringen:
–
Zum einen soll das gerade für die Medienbranche strategisch
wichtige Spannungsverhältnis Darwinismus vs. Opportunismus
– systematisiert im Phänomen des „Darwiportunismus“
(vgl. Scholz 2003) – thematisiert werden. Sind sich die
Medienun-ternehmen ihrer Situation im Darwiportunismus-Kontext
bewusst? Reagieren sie entsprechend?
–
Zum anderen soll ein Überblick über den Einsatz und
die Anwendung von Planungsinstrumenten zur Strategiefindung in
Unternehmen der Medienbranche erarbeitet werden. Welche Tools
und Instrumente werden zur Strategiefindung und Planung (vgl.
Scholz 2000) in Unternehmen der Medienbranche eingesetzt? Lassen
sich aus den Erkenntnissen Zusammenhänge mit dem Darwiportunismus-Phänomen
ableiten?
Ein
weiteres Ziel des Projektes: Verbesserung der Lehre für angehender
Medienmanager und ggf. Anpassung der Ausbildung im Bereich Medienmanagement
und Strategielehre an die tatsächlich in den Unternehmen
erforderlichen Skills.
ERGEBNISSE/ARBEITSPAPIER