"Betriebswirtschaftliche
Analyse einer Krankenhausabteilung zur Profit Center-orientierten
Organisationsgestaltung am Beispiel des universitären Blutspendedienstes
der Universitätskliniken des Saarlandes"
Projektziel:
Als
fachbereichsübergreifende Gemeinschaftsstudie wird am Beispiel
des universitären Blutspendedienstesder Universitätskliniken
des Saarlandes eine betriebswirtschaftliche Detailrechnung
der Kosten und Nutzen der Abteilung als hypothetisches Profit
Center erstellt. Die Untersuchung dieser Daten soll Aufschluß
darüber geben, inwieweit die Umsetzung von betriebswirtschaftlichen
Optimierungskonzepten in der Medizin überhaupt realisierbar
ist. Die Studie dient als Grundlage eines weiterführenden
Antrages bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Projektkurzbeschreibung:
Unter
dem Gesichtspunkt einer deutlichen Mittelverknappung einerseits
und dem steigenden Bedürfnis der Allgemeinheit nach "Qualitätssicherung",
"optimaler Diagnostik" und "optimaler Therapie"
bei gleichzeitiger "Kostendämpfung" bei ärztlichen
Leistungen sind zunehmend Tendenzen einer Überlastung der
Ärzte, der Krankenhausverwaltungen und des ärztlichen Hilfspersonals
zu verzeichnen, so daß die Qualität der gebotenen ärztlichen
Dienstleistung in der täglichen Routine leidet. Eine fundierte
betriebswirtschaftliche Analyse dieses Sachverhaltes und praktikable
Gestaltungsvorschläge sind in der Literatur bisher nur ansatzweise
vertreten.
Im
einzelnen soll eine detaillierte Profit Center-Rechnung für
eine abgegrenzte Krankenhausabteilung durchgeführt werden.
Unter der Annahme der Hypothese "Eine transfusionsmedizinische
Einrichtung ist im Sinne eines Profit Centers führbar"
ist zunächst eine an den medizinischen und pharmazeutisch-gesetzlichen
Notwendigkeiten ausgerichtete Bestandsaufnahme der derzeitigen
Situation durchzuführen. Theoretische Grundlage ist sowohl
die Organisationstheorie als auch die betriebswirtschaftliche
Theorie zu Rechnungslegungssystemen.
Zunächst
ist es nötig, sowohl die organisatorischen "Grenzen"
der untersuchten Abteilung festzulegen als auch den Input
und den Output der organisatorischen Einheit im Rahmen einer
Ist-Analyse zu qualifizieren. Es schließt sich die Operationalisierung
der Kosten und Nutzen des Blutspendedienstes und die Sammlung
der konkreten Rechnungsdaten an. Nach der Kalkulation aller
Betriebskosten sowie der sich daraus ergebenden Leistungen
und Produkte soll dann ermittelt werden, ob die Ausgangshypothese
zutreffend ist. In die Bewertung der Ergebnisse sind dann
auch ethische Aspekte bei der Patientenbetreuung und der Patientenversorgung
mit Blutprodukten einzuflechten. Abschließend ist eine Ergebnisdokumentation
zu erstellen.
Zeitrahmen:
Das
Projekt ist Teil einer langfristigen Zusammenarbeit der beteiligten
Lehrstühle, die seit 1992 auf unbefristete Dauer angelegt
ist.
Mitarbeiter an diesem Projekt:
Projektleiter:
Univ.-Prof.
Dr. Christian Scholz
Univ.-Prof.
Dr. Ernst Wenzel
Beteiligte
Forscher:
Dr.
Stefan Mörsdorf (Fachbereich 4 - Klinische Medizin)
Dr.
Gerhard Pindur (Fachbereich 4 - Klinische Medizin)
Dr.
Ulrich Seyfert (Fachbereich 4 - Klinische Medizin)
PD
Dr.-Ing. Friedrich Jung (Fachbereich 4 - Klinische Medizin)
Dr.
Volker Stein (Fachbereich 2 - Wirtschaftswissenschaft)
Publikationen:
Wenzel,
Ernst, Eine medizinisch-betriebswirtschaftliche Studie
an ausgewählten transfusionsmedizinischen und hämostaseologischen
klinischen Beispielen, Homburg/Saar
Scholz,
Christian, Ethik und Betriebswirtschaft, Diskussionsbeitrag
des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere
Organisation, Personal- und Informationsmanagement an der
Universität des Saarlandes, Saarbrücken
Scholz,
Christian, Die kundenorientierte Prozessoptimierung steigert
Zufriedenheit und Engagement der Mitarbeiter, in: f&w
führen und wirtschaften im Krankenhaus 17 (2000), 242-249
(gemeinsam mit Stefan Rupp, E. Hoffmann, M. Grahe und Volker
Stein)
Scholz,
Christian, Betriebswirtschaftliche Analyse des universitären
Blutspendedienstes Homburg/Saar, Diskussi-onsbeitrag Nr. 40
des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere
Organisation, Per-sonal- und Informationsmanagement an der
Universität des Saarlandes, Saarbrücken 1995 (ge-meinsam
mit Ernst Wenzel und Volker Stein)
Kontakt:
Hausanschrift:
Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz
Universität des Saarlandes
Im Stadtwald
Gebäude 15, Raum 217.2
66123 Saarbrücken
Postanschrift:
Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz
zu Händen: Dr. Volker Stein
Universität des Saarlandes
Postfach 15 11 50
66041 Saarbrücken
Telefon:
+49 (0)681 302 4120
Telefax: +49 (0)681 302 3702
eMail: scholz@orga.uni-sb.de