Ergebnis der Analyse des Medienstandorts Saarland
| Stärken | Flugverbindung zu deutschen Medienstädten München, Berlin, Hamburg. Kontinuierlicher Ausbau der Schienenschnellverbindungen. |
| Schwächen | Kein Ausbau der Zugstrecke nach Frankfurt. Keine internationalen Direktverbindungen mit dem Flugzeug. |
| Chancen | „Eurobahnhof“ ab 2006 mit Anbindung an das französische Schienenschnellnetz und Ausbau des Schienenschnellverkehrs. |
| Risiken | Keine Risiken identifizierbar. |
| Stärken | Guter Ausbau mit wesentlichen Netzwerken, Profilierung als Testmarkt für Mobilkommunikation. |
| Schwächen | Teilweise mangelnde Auslastung der Netze (Beispiel digitaler Rundfunk). |
| Chancen | Nutzung freier Kapazitäten zur Entwicklung neuartiger Produkte und Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit Medienunternehmen, Verbänden und Wirtschaft. „Technologieführerschaft“ durch Profilierung als Testmarkt für innovative Kommunikationslösungen. |
| Risiken | Mangelndes Interesse von Seiten der regionalen Akteure. Spezialisierung regionaler Telekommunikations- und Informationstechnologie-Anbieter auf andere Bereiche als klassische Medien (beispielsweise Kooperationen mit der Autoindustrie oder anderen Wirtschaftsbereichen). |
Nähe zu vor-/nachgelagerten Unternehmen
| Stärken | Querschnittsbranchen IT und Telekommunikation: Infrastrukturen und Forschungskompetenz sind in diesen Bereichen vorhanden. |
| Schwächen | Vorhandene Bereiche mit Potenzial sind noch zu wenig an die Medienwirtschaft angeschlossen (Informatik, Informationstechnologie). Wenige Unternehmen im Bereich Vervielfältigung bespielter Ton-, Bild- und Datenträger. |
| Chancen | Entwicklung eines Medienclusters in enger Koordination von Ausbildung, Gründungsförderung, Ansiedlungspolitik und Networking-Maßnahmen. Positionierung des Saarlandes als Land konvergierender Medien und neuer Kommunikationslösungen. Positionierungschancen durch Technologieführerschaft, Preisführerschaft oder Nischenprodukte. |
| Risiken | Etablierung schwierig, weil Nachfrage im Saarland von wenigen Unternehmen im klassischen Medienbereich abhängt und damit von deren Marktmacht, Unternehmenszielen und wirtschaftlicher Situation. |
Nähe zu Unternehmen der gleichen Branche
| Stärken | Relative Vielfalt im Bereich Werbung. |
| Schwächen | Lokal geringe Vielfalt in Teilbereichen, zum Beispiel terrestrischer Rundfunk (Radio/TV). In vielen Fällen überwiegend Kleinbetriebe vorhanden (Werbung, Filmproduktion). |
| Chancen | Horizontale Kooperationen bei kleinen und mittleren Betrieben und Schaffung von Kooperationsanreizen (Innovationswettbewerbe, Beratungsangebote, formelle Netzwerke). Digitalisierung des Rundfunks. Entwicklung von Akquisestrategien für die Ansiedlung zusätzlicher Medienunternehmen und eventuell von finanziellen Anreizsystemen für die Niederlassung von Unternehmen. |
| Risiken | Für Unternehmen hohe Markteintrittsbarrieren durch starke Position vorhandener „Platzhirsche“. Verschärfung des regionalen Wettbewerbs (beispielsweise auf dem Werbemarkt) durch falschen „Mix“ bei der Unternehmensansiedlung und Verschärfung der Konkurrenz statt Förderung von Kooperation. |
| Stärken | Saarland als regional geprägter Medienmarkt im B2C-Bereich. |
| Schwächen | Hohe Markteintrittsbarrieren für weitere Unternehmen in klassischen (B2C-)Bereichen. |
| Chancen | Im Bereich Werbung: Positionierung als Testmarkt. Ansiedlung nationaler Medienunternehmen. Im B2C-Bereich: Entwicklung zielgruppenspezifischer Produkte und Vertriebswege. Stärkere Vernetzung nach außen zur Erschließung überregionaler Märkte. |
| Risiken | Im Mediennutzerbereich: Kleine Absatzmärkte bei Zersplitterung der Zielgruppen durch geringe Bevölkerungszahl. |
Medienvielfalt/Crossmedialität
| Stärken | Lokale Printberichterstattung (beispielsweise Gemeindeblätter). Teilweise Vielfalt im Rundfunkbereich (lokale Unterschiede). Start neuer Tageszeitungen im Saarland. |
| Schwächen | Lokale Unterschiede in der Anzahl
terrestrisch empfangbarer regionaler/lokaler Radioprogramme und regionaler Privat-TV’s. |
| Chancen | Digitalisierung des Rundfunks. Bereitstellung eines Teils der Infrastrukturen zur Ausnutzung durch Non-Profit-Organisationen bei gleichzeitiger Bereitstellung von Vergünstigungen gegen Programmbetrieb (kostenlose Gewerbeflächen, Zugriff auf SR-Archive). Vermietung von Sendezeiten an Konzerne als weitere Finanzierungsquelle für Privatradios. |
| Risiken | Verschärfter Wettbewerb im Werbe- und Nutzermarkt. |
| Stärken | Starke Mittelstandsförderung im bundesdeutschen Vergleich und zusätzlich Wagnisfinanzierung vorhanden. |
| Schwächen | Kürzung des Budgets des Wirtschaftsministeriums für Unternehmensansiedlungen. Ab 2006 weniger Strukturhilfen der Europäischen Union für das Saarland. |
| Chancen | Gezielter Mitteleinsatz: Förderung nach ausgiebiger Prüfung von Business-Plänen, Zielvereinbarungen und Kontrollen. |
| Risiken | Keine Risiken identifizierbar. |
| Stärken | Spezielle Gewerbeflächen mit freien Kapazitäten vorhanden. |
| Schwächen | Keine Schwächen erkennbar. |
| Chancen | Kollektive Geschäftsmodelle für eine bessere Vernetzung von Unternehmen innerhalb von Gewerbezentren. |
| Risiken | Füllung von Starterzentren durch nichtbranchenadäquate Unternehmen bei mangelnder Nachfrage seitens der Medienwirtschaft. |
| Stärken | In einigen Gemeinden (noch) vergleichsweise günstige Steuerstruktur. |
| Schwächen | Relativ wenig Gestaltungsspielraum bei unternehmensrelevanten Steuern auf Bundesländerebene. |
| Chancen | Steuervorteile für Medienunternehmen, beispielsweise in Form von umsatzabhängigen Steuernachlässen. Verhandlungen mit der Bundesregierung im Hinblick auf eine Sonderwirtschaftszone Saarland. |
| Risiken | Geplante Anhebung des Gewerbesteuersatzes in vielen saarländischen Gemeinden. |
| Stärken | Wo vorhanden einfache Antragsstellung mit kurzen Entscheidungswegen. Klares Förder-Profil (Nachwuchsförderung und Filmmusik im Rahmen von Max Ophüls). |
| Schwächen | Kein Budget speziell zur Förderung von Produkten für regionale B2C-Märkte. |
| Chancen | Knüpfung der Förderung an bestimmte Bedingungen, um die Förderbeträge in der Region zu halten und das Auftragsvolumen der saarländischen Medienwirtschaft zu erhöhen. |
| Risiken | Teilweise fehlende Spezialisten in einigen Teilbranchen. |
Aus- und Weiterbildungsangebote
| Stärken | Hochschulausbildung für Informationswissenschaft, Medienmanagement, Medienpsychologie, Informatik, Kultur- und Mediengeschichte. |
| Schwächen | Keine klassischen Medienberufe (Film, Publizistik, Medienwissenschaft). Keine speziellen Medienabschlüsse. |
| Chancen | Wirtschaftsnahe Spitzenausbildung mit Schwerpunkt auf der TIME-Branche in Zusammenhang mit Ideenwettbewerben, Gründungsförderung (möglicherweise auch in privater Trägerschaft oder Public-Private-Partnership). Interdisziplinär ausgerichtete postgraduale Ausbildung für zukünftige Medienmanager und Entscheidungsträger bei gleichzeitiger Spezialisierung in technischeren Fachbereichen. |
| Risiken | Abweichende Schwerpunktsetzungen durch die Hochschulpolitik. |
| Stärken | Aus Sicht der Unternehmen: Niedriges Gehaltsniveau im verarbeitenden Gewerbe. |
| Schwächen | Überproportional gestiegene Lohn- und Gehaltskosten im Verlagswesen. |
| Chancen | Ansiedlung personalintensiver Medienunternehmen sowie Unternehmensteilbereiche. |
| Risiken | „Steuerflucht“ saarländischer Arbeitnehmer durch Leben in Frankreich (generelles Problem). |
Messen/Fachveranstaltungen/Festivals
| Stärken | Profiliertes Festival für Filmnachwuchs (Max-Ophüls-Preis). |
| Schwächen | Keine Werbung für Produkte oder Dienstleistungen „Made in Saarland“. Keine speziellen „Medientage“ oder Fachmessen mit Rückkopplungseffekten auf die regionale Medienwirtschaft. |
| Chancen | Fachveranstaltungen speziell im B2BBereich: Erzielung von Aufmerksamkeit für die saarländische Medienwirtschaft in Fachkreisen durch Veranstaltungen mit Netzwerkcharakter mit thematischen Schwerpunkten. Geplant ist die Wiederaufnahme der Saarbrücker Medientage, die in den 1990er Jahren stattfanden und sich jährlich einem anderen medienspezifischen Thema widmeten. |
| Risiken | Keine Risiken identifizierbar. |
| Stärken | Forschung in den Bereichen Medienmanagement (BWL), Medienwirkungsforschung (Psychologie), Informationstechnologie (DFKI), Computergrafik (Informatik), Marketing (BWL), Informationssysteme (Informationswissenschaft), Medienrecht (EMR). Es bestehen in einigen Bereichen bereits starke Kontakte zur Wirtschaft und eine Profilierung durch Auftragsforschung vor allem in den Bereichen IT und Telekommunikation. |
| Schwächen | Teilweise geringe Kapazitäten der Institute. |
| Chancen | Wissenstransfer in die Praxis, Entwicklung innovativer Produkte und Profilierung als wirtschaftsnaher Forschungsstandort bei verstärkter Auftragsakquise in der Medienbranche im Saarland und darüber hinaus. |
| Risiken | Aus Sicht einzelner Fakultäten möglicherweise Vernachlässigung der Grundlagenforschung durch zu große Wirtschaftsnähe. |
| Stärken | Ausschuss Information und Kommunikation sowie Ausschuss Telekommunikation der IHK. Saarländischer Journalistenverband. |
| Schwächen | Geringe Außenwirksamkeit bestehender Ausschüsse und Berufsverbände. Keine konkreten Aufgaben. |
| Chancen | Gründung neuer Netzwerke mit klar definierten Zielsetzungen und Rollenverteilung. Nutzung überregionaler Kontakte und Netzwerke, da in der Region selbst teilweise (noch) zu wenige Unternehmen vorhanden sind. „Saarland-Medien-Botschafter“. |
| Risiken | Interne Konkurrenzkämpfe und mangelnde Bereitschaft zur Kooperation. |
Medienkompetenz in der Bevölkerung
| Stärken | Vorhandensein von Unternehmensinitiativen (Zeitung in der Schule, Zeitung in der Grundschule, sChOOLweb), Medienkompetenzzentrum der Landesmedienanstalt, Internet-TV- und -Radiosender für Studierende beziehungsweise interessierte Jugendliche. |
| Schwächen | Abschaffung des offenen Radio- und Fernsehkanals. |
| Chancen | Verstärkte Vermittlung von Medienkompetenz in den Schulen. |
| Risiken | Konkurrenz eines potenziellen Unterrichtsfaches Medienkompetenz mit anderen Fächern. |
| Stärken | Alteingesessene Zeitung und Vorreiterrolle bei der Privatisierung des Rundfunks in den 1950er Jahren. |
| Schwächen | Kein „Wachsen“ des
Medienstandorts, obwohl Chancen in Bezug auf Rundfunk vorhanden waren. Keine Außenwahrnehmung der Stärken, da sie sich ausschließlich auf regionale Medien beziehen. |
| Chancen | „Best mover“ statt „first mover“. Berufung auf Lernfähigkeit statt auf Tradition. |
| Risiken | Keine Risiken feststellbar. |
| Stärken | Guter Platz bei Dynamikrankings. Aufwertung des Standorts insgesamt. |
| Schwächen | Geringes Profil der Medienwirtschaft. Berichterstattung in der überregionalen Presse überwiegend bei negativen Ereignissen. |
| Chancen | Übertragung des Dynamik-Images auf die Medienwirtschaft durch Einsatz aller Mittel der Wirtschaftsförderung und des Standortmarketings. Offensive Kommunikationspolitik, vor allem bei überregionalen Multiplikatoren der Medienwirtschaft. |
| Risiken | Ohne zielgerichtete Kommunikationspolitik für den Medienstandort unzureichende Wahrnehmung in der überregionalen Medienwirtschaft. |
| Stärken | Einfaches Zulassungsverfahren für Rundfunkprogramme zum Bürokratieabbau. |
| Schwächen | Keine ausreichende Ausreizung der Möglichkeit von Testbetrieben (§ 68). |
| Chancen | Zulassung von mehreren Formaten (beispielsweise wortfreie Radioprogramme). Zulassung von Radioprogrammen von Betreibern mit Sitz außerhalb des Saarlandes. Zulassungsmöglichkeiten für lokale Radiound TV-Sender mit der Möglichkeit einer Weitervermietung von Frequenzen, zumindest in bestimmten Zeitfenstern. |
| Risiken | Keine umfassende Selbstbestimmung. Grenzen setzt der bundesweit verbindliche Rundfunkstaatsvertrag. |
| Stärken | Gute Wasser- und Luftqualität, Natur, wesentliche Kulturangebote auf kleinem Raum vorhanden (zum Beispiel drei Sparten- Theater, Museen, große Veranstaltungshäuser), gute Gastronomie. |
| Schwächen | Selten Großveranstaltungen und Auftritte internationaler Künstler. |
| Chancen | Erhalt und Ausbau des regionalen Kulturangebots. |
| Risiken | Einsparungen im Kulturbereich. |