Börsengang und Personalmanagement

Projektziel:

Seit Einführung des Neuen Marktes an der Frankfurter Wertpapierbörse explodiert die Anzahl der Börsengänge. Zahlreiche Erfolgstories ermutigen immer mehr junge Unternehmen zum schnellen Gang an die Börse. Trotz immenser Kurssteigerungen ist nicht jeder Börsenneuling auch auf der Personalebene erfolgreich. Darüber hinaus mehren sich seit 1999 die Unternehmen, deren Kurs nach der Erstnotiz zu bröckeln beginnt.

Hieraus leiten sich die zentralen Fragen des Projektes "Börsengang und Personalmanagement" ab:
- Wo liegen die personalwirtschafltichen Problembereiche des Börsengangs?
- Welches sind die relevanten Entscheidungsvariablen, die einen soliden Börsenstart auch auf der Personalebene ermöglichen?
Diese Kernfragen stehen im Zentrum der Analyse und sollen zu einem Gesamtkonzept führen, welches das Personal als Erfolgsfaktor auch bei der Kapitalmarktöffnung untermauert.

Projektteile:

 

A. Experten-Interviews (Sandra Schwarz, Mario Leist)

Eine intensive Recherche der vorhandenen Literatur zum Thema „Going Public“ zeigte, daß der Personalbereich bei Börsengängen bisher kaum berücksichtigt wurde. Empirische Daten, die einen Zusammenhang zwischen einem erfolgreichen Börsengang und Personalmanagement untersuchen, existieren nicht in nennenswertem Maße.

Vor diesem Hintergrund wurden im November und Dezember 1999 Interviews mit Personalleitern von Firmen des Neuen Marktes geführt, um die Situation praxisnah zu erfassen.

Die Interviews belegten, daß bei der Planung und Durchführung des Initial Public Offering (IPO) die Personalarbeit oft in den Hintergrund gedrängt wird. Ist dies der Fall, wird es anfänglich meist nicht bewußt als Problem wahrgenommen. Kommen aber neue Herausforderungen, z.B. eine schwächere Kursperformance oder Expansion, auf das Unternehmen zu, zeigt sich spätestens jetzt ein offensichtlicher Handlungsbedarf im Personalbereich.

Die bisherigen Erkenntnisse belegen den weiteren Forschungsbedarf in diesem Feld.

B. US-Parallelstudie (Sandra Schwarz)

Mittels empirischer Daten wird nachgewiesen, in wieweit sich die Existenz eines Personalleiters auf den Börsenwert eines Unternehmens auswirkt und ein Zusammenhang zu der Kursperformance feststellbar ist.

Oder:
Mittels empirischer Daten wird der Zusammenhang zwischen der Existenz eines Personalleiters und dem Börsenwert des Unternehmenes nachgeprüft und Auswirkungen auf die Kursperformance untersucht. Da eine solche Studie bereits von Theresa M. Welbourne und Linda A. Cyr in den USA durchgeführt wurde, liegen entsprechende Daten für amerikanische Unternehmen vor. Ein Vergleich der Ergebnisse wird zeigen, ob und wenn ja welche länderspezifische Besonderheiten auftreten.

Zur Überprüfung der Zusammenhänge wurden vier Hypothesen aufgestellt:

1) Ein Unternehmen, das einen Personalmanager hat, wird eine höhere Langzeitperformance haben als ein Unternehmen, das diese Position nicht besetzt hat.

2) Wenn die Wachstumsrate ansteigt wird auch der Nutzen aus einer besetzten Personalmanager-Position steigen.

3) Der Effekt eines Personalmanagers ist größer, je kleiner das Unternehmen ist (Unternehmensgröße gemessen an der Anzahl der Beschäftigten).

4) Ein kleineres Unternehmen, das eine hohe Wachstumsrate hat, wird den meisten Nutzen aus einem Personalmanager ziehen.

Für die deutsche Parallelstudie ist vorgesehen die Hypothesen zu ergänzen, sie alle werden an den Unternehmen, die seit dem Jahr 1997/1998 an die Börse gagangen sind, getestet. Als zuverlässige Datenbasis werden die Emissionsprospekte der Firmen genutzt.

 

Publikationen:

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Kontakt:

Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz
Universität des Saarlandes
Campus A5 4
66123 Saarbrücken

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Telefax: +49 (0)681 302 3702
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